3 years ago

Histopathologische Klassifikationsprinzipien rheumatischer Gelenkerkrankungen

V. Krenn, W. Waldstein, A. Najm, G. Perino, R. Gaulke

Zusammenfassung

Wenngleich die Diagnostik rheumatischer Gelenkerkrankungen mehrheitlich auf klinischen, immunserologischen und bildgebenden Kriterien beruht, kann auch die Histopathologie einen wesentlichen Beitrag leisten. Dies gilt insbesondere bei klinisch unklaren mono- und periartikulären Erkrankungen. Ein umfassendes Spektrum der histopathologischen Differenzialdiagnostik ist im „Gelenkpathologiealgorithmus“ dargelegt. Gelegentlich können Erkrankungen, die klinisch nicht erkannt wurden, histopathologisch diagnostiziert werden. Für das gesamte Spektrum von Gelenkerkrankungen bestehen standardisierte, überwiegend international akzeptierte, histopathologische Bewertungsschemata (Scores, Algorithmen). Die Gewebeübersendung erfolgt in gepufferter 5 %iger Formalinlösung. Wesentlich für die Güte der Diagnostik ist die Übersendung des Gewebes in unterschiedlichen Fraktionen (verschiedenen Übersendungsgefäßen) insbesondere bei heterogenen, krankhaften Veränderungen unterschiedlicher Lokalisation im Gelenk. Bis heute existiert kein validierter histopathologischer Score zur Beurteilung der durch die immunsuppressive Therapie erzielten Entzündungshemmung an der Synovialis. Eine Reduktion der Zellzahl kann als Therapieerfolg, ein hoher Synovialitis-Score hingegen als Zeichen eines fehlenden Therapieeffekts diskutiert werden. Aktuelle molekulare Analysen weisen auf für die Pathogenese relevanten Proteine hin. Es ist daher zu erwarten, dass künftig gewebliche Biomarker der rheumatoiden Arthritis identifiziert werden, die eine Risikostratifizierung der High-grade-Synovialitis in Bezug auf das Progressionsrisiko und die Biologikasensitivität ermöglichen und somit den Stellenwert der histopathologischen Synovialitisdiagnostik weitererhöhen könnten.

Publisher URL: https://link.springer.com/article/10.1007/s00132-018-3649-x

DOI: 10.1007/s00132-018-3649-x

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